Sandkorallen-Aufzucht rettet Rotes Meer in Israel [Israel]

Das Rote Meer ist eines der artenreichsten Meere der Welt. Vor der Küste Eilats, an der Südspitze Israels, liegen Korallenriffe, die Taucher aus aller Welt anziehen. Aber sie sind bedroht. Die Wassertemperatur steigt, die Korallen bleichen aus, sterben ab. Ein Projekt in Israel versucht, sie zu retten – mit einer ungewöhnlichen Methode.

Korallen aus der Kinderstube

Die Idee stammt von Meeresbiologen der Universität Tel Aviv. Sie sammeln Korallenlarven, ziehen sie in Becken an Land auf, bis sie groß genug sind, um ausgesetzt zu werden. Die Aufzucht dauert Monate, manchmal Jahre, aber die Erfolgsquote ist hoch.

Die jungen Korallen werden dann an geschädigten Riffen ausgesetzt, mit Draht befestigt, beobachtet. Viele überleben, wachsen, breiten sich aus. In einigen Gebieten, die vor Jahren noch tot waren, blüht das Leben wieder.

Ein Taucher erzählt

David Friedman taucht seit dreißig Jahren im Roten Meer. Früher, sagt er, seien die Riffe vor Farbe nur so explodiert. Rot, gelb, lila, alles leuchtend, voller Fische. Dann kamen die heißen Sommer, das Wasser wurde wärmer, die Korallen wurden weiß, starben ab.

Als das Projekt startete, meldete er sich als Freiwilliger. Er half, die jungen Korallen auszusetzen, kontrollierte sie regelmäßig, dokumentierte ihr Wachstum. Heute, sagt er, sehe er, wie das Riff zurückkommt. Nicht so schnell, wie es verschwand, aber langsam, Stück für Stück.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Korallenaufzucht ist kein Allheilmittel. Die eigentliche Ursache des Sterbens, die Erwärmung der Meere, bleibt. Aber sie kauft Zeit, bis die Welt den Klimawandel in den Griff bekommt. In Eilat arbeiten die Forscher daran, die widerstandsfähigsten Korallen zu identifizieren, solche, die besser mit Hitze zurechtkommen.

Das Rote Meer hat eine Besonderheit: Die Korallen hier sind robuster als anderswo, weil sie an höhere Temperaturen gewöhnt sind. Vielleicht, so hoffen die Forscher, können sie zu den Rettern anderer Riffe werden, wenn ihre Gene weitergegeben werden.


Quellen:

Universität Tel Aviv (2025): Coral Nursery Program im Roten Meer – Jahresbericht. Eilat. Verfügbar unter: https://www.tau.ac.il/marine-biology

Israel Nature and Parks Authority (2025): Schutz und Wiederherstellung von Korallenriffen. Jerusalem. Verfügbar unter: https://www.parks.org.il

Friedman, D. (2024): Drei Jahrzehnte Tauchen im Roten Meer – Beobachtungen eines Freiwilligen. Eilat.

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