Elefantenschutz durch GPS-Halsbänder in Botswana [Botswana]
Die Elefanten Botswanas sind die größten der Welt. In den Ebenen des Okavango-Deltas, dem grünen Herzen des Landes, leben über hunderttausend von ihnen, mehr als irgendwo sonst. Aber sie leben gefährlich. Wilderer jagen sie, Bauern vertreiben sie, und der Klimawandel macht die Wasserstellen knapper. Ein Projekt in Botswana versucht, sie zu schützen – mit Halsbändern.
Ein unsichtbarer Zaun
Die Idee ist einfach: Man fängt Elefanten, betäubt sie, legt ihnen ein Halsband um, das ihre Bewegungen per Satellit überwacht. Die Daten werden an eine Zentrale in Gaborone geschickt, dort ausgewertet, und wenn ein Elefant sich einer Siedlung nähert, wird gewarnt. Ranger können ihn vertreiben, bevor er Schaden anrichtet. Bauern können ihre Felder schützen, ohne zu schießen.
Das Projekt heißt „Elephants Without Borders“ und wird von der Regierung Botswanas zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt durchgeführt. In den letzten zehn Jahren wurden über hundert Elefanten mit Sendern ausgestattet, die wertvollste Daten liefern über Wanderrouten, Fressgewohnheiten, Sozialverhalten.
Ein Forscher erzählt
Dr. Michael Chase leitet das Projekt und ist einer der bekanntesten Elefantenforscher Afrikas. Er fliegt jeden Monat mit einem kleinen Flugzeug über das Delta, um die Tiere zu beobachten, die Sender zu überprüfen, neue zu installieren. Die Arbeit ist gefährlich, die Elefanten sind groß, die Wilderer gnadenlos.
Aber die Daten, sagt Chase, sind Gold wert. Sie zeigen, dass die Elefanten viel weiter wandern als gedacht, hunderte Kilometer, über Grenzen hinweg. Sie folgen alten Pfaden, die seit Jahrhunderten bestehen, auch wenn heute Dörfer und Felder im Weg liegen. Die Halsbänder helfen, diese Pfade zu schützen und Konflikte zu vermeiden.
Ein Bauer berichtet
Kgosi Setlhomo ist Viehzüchter in der Nähe des Chobe-Nationalparks, einem Gebiet mit vielen Elefanten. Früher, erzählt er, habe er fast jede Woche Elefanten auf seinen Feldern gehabt. Sie tranken das Wasser der Viehtränken, fraßen den Mais, zertrampelten die Zäune. Er verscheuchte sie mit Feuer, mit Lärm, manchmal mit Gewehrschüssen.
Seit er im Frühwarnsystem registriert ist, bekommt er eine SMS, wenn sich ein Elefant nähert. Er geht dann mit seinen Söhnen raus, macht Lärm, und die Tiere ziehen weiter. In diesem Jahr, sagt er, hatte er kaum Schäden. Die Elefanten sind noch da, aber sie sind nicht mehr sein Feind.
Ein Modell für Afrika
Botswana ist nicht das einzige Land, das auf GPS-Halsbänder setzt. In Kenia, Tansania, Südafrika gibt es ähnliche Projekte. Die Daten werden in einer gemeinsamen Datenbank gesammelt, die Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zur Verfügung steht. Der Elefant, das größte Landtier der Erde, wird zum am besten überwachten Tier.
Die Wilderei ist in Botswana dank der Halsbänder zurückgegangen. Die Ranger wissen jetzt, wo die Herden sind, und können sie besser schützen. Die Bauern wissen, wann sie aufpassen müssen, und schießen seltener. Die Elefanten, sagt Chase, haben noch eine Chance.
Quellen:
Elephants Without Borders (2025): Jahresbericht über GPS-Tracking von Elefanten in Botswana. Gaborone.
Zoologische Gesellschaft Frankfurt (2024): Elefantenschutz im Okavango-Delta. Frankfurt.
Setlhomo, K. (2024): Erfahrungen eines Viehzüchters mit dem Frühwarnsystem. Kasane.
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