Wie # TeamWater wirklich Veränderung schafft. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser bleibt für Millionen Menschen weltweit ein unerfüllter Wunsch. Laut WaterAid haben nahezu 2,2 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu Wasser, fast 700 Millionen müssen weiter als 30 Minuten gehen, um überhaupt Wasser zu holen (WaterAid, 2025a). Fehlen Hygiene und sauberes Wasser, sterben jährlich fast 400.000 Kinder unter fünf Jahren an durch unsauberes Wasser verursachten Krankheiten – fast jede zwei Minuten ein Kind (WaterAid, 2025b). Diese Krise betrifft vor allem Regionen wie Bangladesch, Kenia, Malawi, Kolumbien oder ländliches Mississippi – Orte, an denen Hygiene, Bildung und Entwicklung dauerhaft gehemmt bleiben. Die Folgen sind weitreichend: Mädchen verpassen die Schule, weil sie Wasser holen müssen; Krankheiten breiten sich ungebremst aus; wirtschaftliche Entwicklung wird blockiert.

Die Lösung – Das Projekt #TeamWater: Entstehung, Gründung & Partner

Ende Juli 2025 starteten die beiden US-amerikanischen YouTuber MrBeast (Jimmy Donaldson) und Mark Rober gemeinsam mit der Hilfsorganisation WaterAid die globale Kampagne #TeamWater. Das Ziel: 40 Millionen US-Dollar bis Ende August zu sammeln, um zwei Millionen Menschen dauerhaft mit sauberem Wasser zu versorgen (WaterAid, 2025a). Die Kampagne ist inspiriert von früheren Erfolgen wie #TeamTrees (2019) und #TeamSeas (2021), mit denen zusammen über 50 Millionen US-Dollar für Umweltprojekte gesammelt wurden.

MrBeast, der mit über 400 Millionen Abonnent:innen zu den reichweitenstärksten Influencern weltweit zählt, ist seit Jahren für öffentlichkeitswirksame Hilfsaktionen bekannt. Mark Rober, ehemaliger NASA-Ingenieur und YouTube-Wissenschaftsstar mit 69 Millionen Abonnent:innen, ist für kreative und fundierte Aufbereitungen wissenschaftlicher Themen beliebt. Gemeinsam haben sie für #TeamWater ein internationales Netzwerk aus über 200 Creatorn aufgebaut – darunter Größen wie Kai Cenat, die Stokes Twins oder Dude Perfect (Associated Press, 2025).

Wichtiger Umsetzungspartner der Kampagne ist die Organisation WaterAid, die seit 1981 in über 22 Ländern tätig ist. Unterstützt wird sie von der kalifornischen NGO GivePower, die auf solarbetriebene Entsalzungsanlagen spezialisiert ist. Die rechtliche Struktur hinter der Kampagne besteht aus einer Kooperation zwischen WaterAid (als gemeinnütziger Träger), GivePower (als technischer Umsetzer) und den Nonprofit-Teams von MrBeast (Beast Philanthropy) sowie Mark Rober.

Wie # TeamWater funktioniert: Von der Idee zur Umsetzung

Die Kampagne wurde über ein Jahr lang vorbereitet. Ziel war es, eine kreative, global verständliche Kommunikationsstrategie zu schaffen, die auf Social Media Wirkung entfaltet. Dabei bleibt der Content individuell: Während einige Creator Reportagen und Aufklärungsvideos produzieren, nutzen andere Unterhaltung, Challenges oder Musikformate – stets verbunden mit einem Spendenaufruf (Business Insider, 2025).

WaterAid wählt die Einsatzorte in enger Abstimmung mit lokalen Partnern aus. Die Auswahl basiert auf Bedürftigkeit, Machbarkeit und langfristiger Wirksamkeit. Projektstandorte 2025 sind unter anderem:

  • Kolumbien: Bau von Wassertanks und neuen Verteilungsleitungen in ländlichen Regionen.

  • Kenia: Solarbetriebene Entsalzungsanlagen in Küstenregionen, betrieben von GivePower.

  • Bangladesch, Nigeria, Malawi, Mosambik, Kambodscha: Brunnenbau, Schwerkraft-Speisung, Regenwassersysteme.

  • USA: Sanierung der Wasserinfrastruktur in Orten wie Jackson (Mississippi) oder Rhodell (West Virginia) in Zusammenarbeit mit DigDeep (Associated Press, 2025).

Jede Lösung wird auf den lokalen Kontext angepasst. In Kenia etwa kommen solarbetriebene Container zum Einsatz, die mithilfe von Umkehrosmose täglich bis zu 75.000 Liter sauberes Trinkwasser aus Meerwasser gewinnen – mit geringen Betriebskosten und wenig Wartungsaufwand (GivePower, 2025). In Kolumbien wurde der Zugang zu sauberem Wasser durch einfache Tanksysteme bereits für Tausende verbessert.

Die Nachhaltigkeit steht dabei im Zentrum: WaterAid schult vor Ort Techniker:innen, überträgt die Verantwortung an Gemeindegruppen und bindet staatliche Stellen ein. Ziel ist, nicht nur Infrastruktur zu bauen, sondern Kapazitäten vor Ort zu stärken (WaterAid, 2025a).

# TeamWater :Erfolgsgeschichten und Faktenbasierte Anekdoten

Ein besonders eindrückliches Beispiel kommt aus Kenia: In Kiunga wurde eine Solar-Wasserfarm von GivePower errichtet. Die Anlage kostete rund 500.000 US-Dollar und versorgt heute täglich etwa 35.000 Menschen mit sauberem Wasser – eine Erfolgsgeschichte, die seit 2018 Bestand hat (Wikipedia, 2025).

Die Stokes Twins – zwei Creator mit über 129 Millionen Followern – reisten persönlich nach Nepal, um den Bau eines 15.000-Liter-Wassertanks zu begleiten. Die dabei entstandene Videodokumentation zeigt eindrücklich, wie stark der Zugang zu Wasser das Leben einer Gemeinde verändern kann. Alex Stokes sagte später: „Es war wie ein Spiegelbild unserer eigenen Kindheit – nur ohne Wasser.“

In den USA unterstützt die Kampagne Projekte wie den atmosphärischen Wasser-Generator in Jackson. Diese Geräte extrahieren Trinkwasser aus Luftfeuchtigkeit – eine pragmatische Lösung in Gegenden mit defizitärer Infrastruktur und gleichzeitig hoher Luftfeuchte.

Kritische Reflexion: Mehr als ein Symbolprojekt?

Die Größe und Reichweite der Kampagne ist beeindruckend – doch ist #TeamWater mehr als ein einmaliger Medienstunt?

Tatsächlich kombiniert die Aktion kurzfristige Sichtbarkeit mit langfristig angelegter Entwicklungszusammenarbeit. Während die Creator weltweit Aufmerksamkeit und Spenden generieren, sorgen erfahrene Organisationen wie WaterAid und GivePower für verlässliche Planung, Umsetzung und Evaluation vor Ort.

Kritiker verweisen auf mögliche Effekte der „Clicktivism“ – also der oberflächlichen Beteiligung ohne nachhaltige Verhaltensänderung. Doch die Verbindung von Unterhaltung, Information und konkreter Wirkung bietet eine neuartige Form globaler Solidarität: Jugendliche, die sonst wenig Berührungspunkte mit Entwicklungsarbeit hätten, werden sensibilisiert. Und: Jeder Dollar bewirkt messbar etwas – laut WaterAid kostet die dauerhafte Wasserversorgung einer Person etwa 20 Dollar (WaterAid, 2025a).

 


Quellenangaben

Associated Press (2025) Online creators led by MrBeast and Mark Rober want to raise $40 million for clean water access. Available at: https://apnews.com/article/e3e44b8341f9684f264df4a523f9cce0 (Accessed: 2 August 2025).

Business Insider (2025) MrBeast’s next big philanthropy project is centered on clean water. Available at: https://www.businessinsider.com/mrbeast-team-water-philanthropy-project-content-creator-youtube-2025-8 (Accessed: 2 August 2025).

GivePower (2025) Contact and project information. Available at: https://givepower.org/contact-us/ (Accessed: 2 August 2025).

WaterAid (2025a) TeamWater campaign overview. Available at: https://www.wateraid.org/teamwater (Accessed: 2 August 2025).

WaterAid (2025b) Press release: YouTube stars MrBeast and Mark Rober join with WaterAid to launch global #TeamWater campaign. Available at: https://www.wateraid.org/uk/media/global-teamwater-campaign (Accessed: 2 August 2025).

Wikipedia (2025) GivePower. Available at: https://en.wikipedia.org/wiki/GivePower (Accessed: 2 August 2025).

Wikipedia (2025) Team Seas. Available at: https://en.wikipedia.org/wiki/Team_Seas (Accessed: 2 August 2025).

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